upprevnext

LAN-to-LAN oder Modem-to-Modem


 

4. Wie verbinde ich zwei Netze?

 

(Wenn der Abschnitt "Wie stelle ich eine Direktverbindung her?" übergangen wurde, bitte ich den vorher noch zu lesen!)
Was ist aber, wenn ich mich in ein Netzwerk einloggen möchte, an dass der Host 1 angeschlossen ist. Leider besitzt Windows 98 keine Routing-Funktion, d.h. es kann Daten nicht vom DFÜ-Adap- ter an die Netzwerkkarte und umgekehrt weiterleiten. Ergo sehe ich beim Einloggen nur den Host 1. Der Rest des Netzwerkes bleibt im Prinzip unerreichbar. Das gilt natürlich auch für ein Netzwerk das an Host 2 angeschlossen ist. Ich werde im Weiteren das Vernetzen von zwei Netzwerken be- schreiben. Die Schritte können jedoch auch für nur einen an ein Netzwerk angeschlossenenen Rech- ner gemacht werden. Man würde sich einen kleinen Schritt ersparen, aber es wäre noch eine Vari- ante, die ich beschreiben müsste. Für den unbedarften Windows-Anwender ist das aber schon kompliziert genug.
Hat man ein Spiel, dass seine Daten nur über einen Server austauscht, ist das Problem aus der Welt. Man startet den Server auf Host 1, und dieser agiert dann als Quasi-Router (gutes Beispiel wieder Diablo2). Das muss aber nicht immer so sein. Unter Umständen unterhalten sich die einzelnen Rech- ner auch direkt.
Exkurs für alle Diablo 2-Spieler: Gerade bei Diablo 2 gibt es dafür ein anderes Problem. Der- jenige der bisher die wenigsten Quests durchgespielt hat, muss das Spiel eröffnen, da er ansonsten eine Reihe von Quests nicht lösen kann. Im schlechtesten Fall kann er gar nicht mitspielen, da sich die anderen in einem anderen Akt befinden. Der Computer dieses Spielers ist natürlich nicht immer unbedingt Host 1.

"Was tun?", sprach Zeus. Ich habe es erst mit WinGate, das eine Routingfunktion besitzt, probiert, was aber nicht besonders einfach war. Letztlich bin ich mangels Zeit gescheitert. Ich wollte ja auch noch spielen.
Ich habe einen Abschnitt vorher behauptet, dass Windows 98 keine Routing-Funktion habe. Das stimmt nicht ganz. Diese Funktion besitzt es doch, wenn es auch nicht dokumentiert ist.
Zunächst sollte man jedoch das DFÜ-Netzwerk bei Win9x auf den neuesten Stand bringen (Die ME-Version ist neu genug.). Der Nachteil des Updates ist aber, dass alle Meldungen des DFÜ- Netzwerkes in Englisch sind. Es gibt leider keine deutsche Version. Ohne das Update kann es an- geblich Probleme mit Windows geben, das u.a. das Starten verweidert. Das Update gibt es direkt bei Microsoft (im englischen Update-Bereich suchen!) oder bei mir (Meine Version nur bei Win98 benutzen!).
Um die Routing-Funktion nun zu aktivieren ist es notwendig einen Registry-Eintrag zu setzen. Das ist natürlich nicht jedermanns Sache. Im Internet (Sointer-HowTO) habe ich eineDatei gefunden, die das für einen übernimmt. Ein Rechtsklick darauf und der Klick auf Installieren genügt.

Installieren der Routing-Funktion

Eine identische Datei gibt es für das deaktivieren (Download der beiden Dateien).
Auch wenn das Betriebssystem einen nicht zum Neustart auffordert, ist dennoch ein solcher erfor- derlich. Nach dem Neustart kann man sich über den Erfolg der Aktion informieren. Dazu klickt man auf "Start" und wählt "Ausführen..." an. Anschließend gibt man im Textfeld: "winipcfg /all".

Starte winipcfg

In dem geöffneten Fenster stehen die gesammelten Netzwerkinformationen. Steht hinter "IP-Routing aktiviert" hat alles funktioniert. Der Rechner ist nun in der Lage zwischen DFÜ-Adapter und Netz- werkkarte zu vermitteln.

winipcfg mit aktivierter Routing-Funktion

Jetzt wird die Sache etwas komplizierter, da es nicht um eine vollständige Routing-Funktion handelt. Wichtig ist das alle Rechner IP-Adressen für die Netzwerkkarte nach dem Muster 192.168.x.y und eine SubNet-Maske von 255.255.255.0 haben. Der Term x beschreibt das SubNet. Damit sich die Rechner sehen können, müssen sie sich im gleichen SubNet befinden. Man vergibt z.B. an alle Rechner hinter Host 1 die 192.168.1.y und hinter Host 2 die 192.168.2.y. Sowohl Host 1 als auch 2 müssen natürlich ebenfalls solche Adressen für das lokale Netzwerk bekommen. Erlaubte Zahlen für x sind 0-254 ausschließlich der 55, die schon bei der DFÜ-Verbindung vergeben wird. Die Zif- fer y beschreibt den Computer. Jeder Rechner benötigt eine eindeutige Adresse, die kein anderer hat. Erlaubte Zahlen sind 1-254. D.h. in jedem Sub-Net dürfen maximal 254 Rechner sein.

Netzwerkaufbau

Jeder Rechner hat nun also eine eigene Adresse. Host 1 und 2 besitzen zwei Adressen. Eine für die Netzwerkkarte und eine für den DFÜ-Adapter, wenn dieser eine Verbindung aufgebaut hat.

LAN-to-LAN-Verbindung

Damit die Rechner im Netzwerk wissen über welchen Rechner sie sich mit dem anderen LAN ver- binden können, muss ein sogenannter Standard-Gateway angegeben werden. Das wird an jedem Rechner außer an Host 1 und 2 gemacht. Die wissen das schon selber, weil sie bereits an jeweils 2 SubNets hängen. Die Angabe des Gateways bewirkt, dass jede Anfrage z.B. aus Netz 1, die nicht 192.168.1.y gerichtet ist, an Host 1 weitergegeben wird. Dieser versucht die Adresse über die DFÜ-Verbindung zu finden. Dazu werden jeweils die Eigenschaften des TCP/IP-Protokolls in den schon bekannten Netzwerkeinstellungen geöffnet. Beim Tab "Gateway" trägt man die IP-Adresse von Host 1 bzw. Host 2 ein, je nachdem in welchem Netzwerk man sich befindet. (Nicht die 55er Nummern eintragen!) Im jetzigen Zustand sind wir also in der Lage vom Netz 1 auf Host 2 zuzu- greifen, da bereits die 192.168.55.2 über Host 1 erreichbar ist. Das gleiche muss auch auf der an- deren Seite durchgeführt werden.
Jetzt möchten wir aber vom Netz 1 auf die anderen Rechner im Netz 2 zugreifen. Diese sind ja alle unter 192.168.2.y erreichbar. Also muss Host 1 erfahren, was er mit Nachrichten für das SubNet 2 machen soll. Er kennt ja nur SubNet 1 und 55. Man benötigt dazu die MS-DOS-Eingabeaufforder- ung auf Host 1. Hier gibt man ein:
"route add 192.168.2.0 mask 255.255.255.0 192.168.55.2".
Route trägt eine Wegbeschreibung auf Host 1 zum anderen Netzwerk ein. Dabei gibt "192.168.2.0" an, dass diese Wegbeschreibung alle Nachrichten an SubNet 2 betrifft. Der Aus- druck "mask 255.255.255.0" gibt die schon bekannte SubNet-Mask an. Und "192.168.55.2" ist die Adresse von Host 2. D.h. also dass alle Anfragen an SubNet 2 von Host 1 an Host 2 weiter- geleitet werden. Dieser wiederum kennt die Adressen aller Rechner in SubNet 2 und leitet die Nachrichten an den angesprochenen Computer weiter.

"Das habe ich jetzt nicht verstanden, will es aber verstehen!" Gut, machen wir Beispiele. Dabei ori- entiere ich mich am obigen Bild.

1. Beispiel
Rechner 1.1 sendet Informationen an 1.3
Das ist kein Problem. Rechner 1.3 befindet sich im gleichen SubNet und kann direkt angesprochen werden.

2. Beispiel
Rechner 1.1 sendet Informationen an Host 2
Rechner 1.1 stellt fest, dass Host 2 nicht im gleichen SubNet zu finden ist und sendet die Informa- tion an Host 1, da bekannt ist, dass alle nicht zu findenden Rechner eventuell über ihn erreichbar sind (Stichwort: Gateway).
Rechner 1.1 hat nun zwei Möglichkeiten, da Host 2 zwei IP-Adressen besitzt.
Möglichkeit 1: Rechner 1.1 sendet an 192.168.55.2
Host 1 kennt diese Adresse, da der gefragte Rechner ja in einem seiner beiden bekannten SubNets liegt und gibt die Information weiter.
Möglichkeit 2: Rechner 1.1 sendet an 192.168.2.1
Host 1 kennt die Adresse nicht, da er nicht im SubNet 2 beheimatet ist. Wir haben ihm aber mitge- teilt, dass Host 2 Informationen über SubNet 2 haben könnte (Stichwort: Route). Also schickt er die Daten dahin. Host 2 untersucht die Daten und stellt fest, dass es sich um seine Netzwerk-Ad- resse handelt. Also sind die Informationen angekommen.

3. Beispiel
Rechner 1.1 sendet Informationen an Rechner 2.3
Rechner 1.1 kann die Daten nicht direkt vermitteln und schickt sie an Host 1. Dieser kennt die Ad- resse ebenfalls nicht und leitet sie an Host 2 weiter, da dieser Informationen über SubNet 2 hat. Host 2 stellt fest, dass die Daten für ein ihm bekanntes Netzwerk bestimmt sind und vermittelt an Rechner 2.3 weiter

Wichtig! Die Eingabe der Route muss NACH Aufbau der Verbindung gemacht werden, da es sonst eine Fehlermeldung gibt und diese nicht eingetragen wird!!
Das gleiche muss natürlich auch auf der anderen Seite passieren. Der Eintrag auf Host 2 lautet hier natürlich: "route add 192.168.1.0 mask 255.255.255.0 192.168.55.1".

Tja, fertig!!

Um die Verbindung zu testen sollte man mal von einem Rechner im SubNet 1 ein Ping zu einem Rechner im SubNet 2 schicken. Dazu öffnet man die MS-DOS-Eingabeaufforderung und schreibt: "ping 192.168.2.y" (y steht natürlich für eine bekannte Nummer im SubNet 2). Sollte der an- dere Rechner antworten, steht dem Spielspaß nichts mehr im Wege.
Der einzige Wermutstropfen ist, dass die Rechner im anderen SubNet nicht in der Netzwerkumge- bung auftauchen. Über die Computersuchfunktion kann man dann aber doch noch auf die Freigaben der entfernten Rechner zugreifen. Statt des Computernamens muss allerdings seine IP-Adresse ein- gegeben werden.